Fastenzeit - Wüstenzeit

Mit Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Buß-und Fastenzeit.

Der Jesuit und NS-Widerstandskäpfer P. Alfred Delp vergleicht die Fastenzeit mit dem Gang durch eine Wüste:

"Die Wüste gehört dazu. Auch die physische Wüste... Die großen Aufbrüche der Menschheit und des Menschen werden in der Wüste entschieden. Sie haben ihren Sinn und ihren Segen, die großen, leeren Räume, die den Menschen allein mit dem Wirklichen lassen. Die Wüste ist einer der fruchtbarsten und gestaltenden Räume der Geschichte... Es steht schlimm um ein Leben, wenn es die Wüsten nicht besteht oder sie meidet."

Wenn wir die Fastenzeit als Wüstenzeit betrachten und als solche bewusst gestalten, dann konzentrieren wir uns auf das das Wesentliche, das unser Leben ausmacht - und mehr: auf den Wesentlichen, Gott selbst. 
Gott neu erfahren, sich ihm aussetzen, gerade in der Auseinandersetzung mit mir selbst, mit meinen Fragen, Zweifeln, Hoffnungen - dazu gibt die Fastenzeit Raum. Dazu lädt Gott uns ein: "Du führst mich hinaus ins Weite" (Psalm 18)